In einer weiteren erfolgreichen Aktion der Partnerschaft zwischen Trend Micro und INTERPOL hat die Operation Sentinel den digitalen Erpressungsnetzwerken in ganz Afrika einen vernichtenden Schlag versetzt. Der Einsatz führte zu 574 Festnahmen und der Sicherstellung von drei Millionen US-Dollar. Bereits in der Vergangenheit waren gemeinsame Operationen, wie der Operation Serengeti, der Operation SECURE und der Operation Synergia, von Erfolg gekrönt. Dies zeigt die anhaltende Wirksamkeit öffentlich-privater Partnerschaften bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität.
Analyse der Bedrohungslandschaft
Die Bedrohungsinformationen von Trend Micro leisteten einen entscheidenden Beitrag zur Operation Sentinel, indem sie eine umfassende Analyse der digitalen Erpressungskampagnen durchführten, die ihren Ursprung in Afrika hatten und auf die Region Afrika abzielten. Durch fortschrittliche Funktionen zur Erkennung und Analyse von Bedrohungen erzielten unsere Forscher bemerkenswerte Ergebnisse:
- Identifizierung von über 2.700 bösartigen Infrastrukturen und IP-Adressen, die aktiv zur Organisation und zum Versand digitaler Erpressungs-Mails an Opfer in der Region Afrika genutzt wurden
- Aufdeckung von mehr als 43.000 Versuchen digitaler Erpressung per E-Mail, die von den identifizierten IP-Adressen in der Region Afrika versandt wurden
Diese Zahlen sind mehr als nur Statistiken – sie stehen für Tausende potenzieller Opfer, die geschützt wurden, und kriminelle Netzwerke, die durch sorgfältige Sammlung und Analyse von Cyber-Bedrohungsinformationen aufgedeckt wurden.
Eine der aufschlussreichsten Erkenntnisse aus den Nachforschungen von Trend Micro waren die von Cyberkriminellen verwendeten Sprachmuster. Die Daten zeigen ein ausgeprägtes Verständnis der Zielgruppe:
- Englisch (48,1 %) und Portugiesisch (47,8 %) dominierten die Erpressungskampagnen und machten fast 96 % aller bösartigen Kommunikationen aus.
- Der Anteil von Deutsch (3,0 %) deutet darauf hin, dass möglicherweise europäische Unternehmen mit Aktivitäten in Afrika ins Visier genommen werden.
- Der zwar geringe Anteil von Polnisch (0,7 %) und Tschechisch (0,3 %) zeigt dennoch die globale Reichweite dieser kriminellen Netzwerke.
Diese personalisierten Bedrohungen zeugen von ausgefeilten Social-Engineering-Taktiken, mit denen Opfer eingeschüchtert und zur Kooperation gezwungen werden sollen.
Die Analyse der regionalen Verteilung lässt den tatsächlich globalen Charakter dieser kriminellen Aktivitäten erkennen:
- Nord- und Südamerika: 64,62 % – Die größte Zielregion, was auf erhebliche Kontinente übergreifende kriminelle Aktivitäten hindeutet
- Europa: 24,90 % – Substanzielle Ausrichtung auf europäische Unternehmen, wahrscheinlich aufgrund der erwarteten höheren finanziellen Möglichkeiten
- APAC: 9,56 % – Erweiterter Fokus auf die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum
- MENA: 0,80 % – Regionale Angriffe im Nahen Osten und Nordafrika
- Afrika: 0,13 % – Interessanterweise geringes Angriffsvolumen innerhalb der Region, wahrscheinlich weil sich Kriminelle in erster Linie auf wohlhabendere externe Märkte konzentrieren
Der Weg in die Zukunft
Während wir INTERPOL und die Strafverfolgungsbehörden weltweit weiterhin unterstützen, bleibt die Botschaft an Cyberkriminelle klar: Die Weltgemeinschaft steht vereint gegen digitale Erpressung und Cyberkriminalität. Durch unsere kontinuierliche Partnerschaften reagieren wir nicht nur auf Bedrohungen, sondern bekämpfen aktiv kriminelle Netzwerke und schaffen eine sicherere digitale Welt für alle.