In meinen Gesprächen mit Partnern spüre ich einerseits Aufbruchsstimmung, andererseits aber auch Verunsicherung angesichts wachsender Herausforderungen durch knappe Budgets, technologische Disruption und geopolitische Spannungen. Viele fragen sich gerade: Was müssen wir priorisieren? Und wie transformieren wir uns in einem Umfeld, das gleichzeitig enormes Wachstumspotenzial und spürbaren Druck mit sich bringt?
Eines ist unbestritten: Die Bedrohungslage verschärft sich weiter. Cyberangriffe werden professioneller, automatisierter und gezielter. Getrieben durch zunehmende Komplexität, steigende regulatorische Anforderungen und den anhaltenden Fachkräftemangel wird die Rolle des Channels wichtiger denn je. Partner sind als vertrauenswürdige, strategische Berater gefragt, die ihre Kunden entlang der gesamten Sicherheitsreise begleiten. Die Geschäftsaussichten sind vielversprechend: Laut Prognosen von Omdia Research wird der Cybersicherheitsmarkt in EMEA bis 2030 einen Wert von 151 Milliarden US-Dollar erreichen, wobei der größte Anteil (60 Milliarden) auf Managed Security Services (MSS) entfällt. Über 90 Prozent der Security-Technologien und -Services werden weiterhin über den Channel bereitgestellt – ein klares Signal für die Relevanz unseres Partner-Ökosystems.
Gleichzeitig stehen Unternehmen aber auch unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Kundenbudgets sind angespannt, Investitionen werden kritischer hinterfragt, und auch Partner selbst kämpfen mit steigenden Kosten und langen Recruiting-Prozessen. Entscheidend wird sein, trotz dieser Herausforderungen Wachstum zu erzielen, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und sich zum Managed Security Services Provider (MSSP) weiterzuentwickeln.
Effizienz als strategischer Imperativ
Genau hier zeigt sich eine der zentralen Prioritäten für 2026: die Effizienz steigern, sowohl operativ wie wirtschaftlich. Laut Canalys sieht die Mehrheit der Partner Automatisierung und KI als größten Wachstumstreiber für ihr Business. 88 Prozent wollen diese Themen aktiv vorantreiben. Automatisierung ist dabei kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung, um MSS profitabel zu erbringen. KI hilft, große Datenmengen zu analysieren, Muster zu erkennen und Reaktionszeiten drastisch zu verkürzen. Sie entlastet Security-Teams von Routinetätigkeiten und schafft Raum für fundierte Entscheidungen und strategische Aufgaben. Der Mensch bleibt dabei weiterhin unverzichtbar. Denn gerade in der Cybersecurity geht es nicht nur um statistische Korrelationen, sondern um Kontext, Erfahrung und Verantwortung. Vertrauen entsteht dort, wo Technologie und menschliches Urteilsvermögen zusammenspielen.
Dieser Gedanke prägt auch unseren Ansatz bei TrendAI™ (Trend Micro benennt im Laufe des Jahres 2026 sein Unternehmensgeschäft in TrendAI™ um). Mit unserem Agentic SIEM denken wir SIEM-Technologie neu: weg von passiven Datenhalden, hin zu einer proaktiven, lernenden Sicherheitsinstanz. Agentic SIEM nutzt KI, um Daten selbstständig zu verstehen, zu korrelieren und relevante Warnmeldungen herauszufiltern. Es automatisiert Threat-Detection- und Incident-Investigation-Prozesse, die bisher aufwändig manuell erfolgten. Der Mensch bleibt dabei immer „in the Loop“ als Stratege und Entscheider. Während die KI den Security-Teams den Rücken frei hält, können auch kleinere Partner mit begrenzten Ressourcen leistungsfähige MSS anbieten und ihre Position als Vertrauensanker gegenüber ihren Kunden stärken.
Digitale Souveränität rückt in den Fokus
Die Wahl der geeigneten Technologie und des richtigen Herstellers ist der Schlüssel zum Erfolg. Angesichts der angespannten geopolitischen Lage spielt dabei auch das Thema digitale Souveränität eine zunehmende Rolle. Gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Cybersicherheit ist es wichtig, Kontrolle, Compliance und Entscheidungsfreiheit zu wahren. Gleichzeitig bildet Cybersicherheit das Fundament, auf dem digitale Souveränität aufbaut. Denn nur wer über sichere Technologie und Infrastruktur verfügt, kann selbstbestimmt agieren. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir unsere gemeinsamen Kunden dabei, diese Resilienz zu etablieren.
Als japanisches Unternehmen mit über 35 Jahren Erfahrung in der Cybersecurity ist Trend Micro ein vertrauenswürdiger Partner für europäische Unternehmen und Behörden. Japan verfügt über ein vergleichbares Datenschutzniveau wie die EU – das hat die EU-Kommission bereits 2019 offiziell anerkannt. Im Gegensatz zu Ländern wie den USA oder China gibt es in Japan außerdem keine extraterritorialen Überwachungsgesetze, die Unternehmen dazu verpflichten, Daten an staatliche Stellen weiterzugeben.
Für Kunden, die besonders hohe Anforderungen an die digitale Souveränität haben, etwa KRITIS-Betreiber oder Verteidigungsorganisationen, stellen wir unsere Security-Plattform TrendAI Vision One™ auch in privaten Clouds oder souveränen Infrastrukturen wie der neuen AWS European Sovereign Cloud bereit. Kunden können dann auf den gesamten Leistungsumfang inklusive Agentic SIEM, XDR (Extended Detection and Response) und CREM (Cyber Risk Exposure Management) zugreifen, während die Cloud-Infrastruktur technisch, rechtlich und organisatorisch unabhängig betrieben wird.
Klar priorisieren, gemeinsam handeln
Wir bei TrendAI™ stehen fest an der Seite unserer Partner und freuen uns darauf, die Herausforderungen des Jahres 2026 gemeinsam anzugehen. Entscheidend für den Erfolg wird sein, klar zu priorisieren und auf vertrauensvolle Allianzen zu setzen. Unsere Aufgabe als Hersteller sehe ich darin, unsere Channel-Partner bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen – mit innovativer Technologie, die Komplexität reduziert, Effizienz steigert und das Thema digitale Souveränität ernst nimmt. So können wir zusammen Wachstum generieren und eine sichere Zukunft gestalten.