KI-Sicherheit in Deutschland: Hohe Zuversicht, niedrige Erkennungsquote
Fast 9 von 10 Sicherheitsteams halten sich für gut vorbereitet. Doch nach eigener Einschätzung bleibt ein großer Teil böswilligen KI-Verhaltens unentdeckt.
Garching b. München, 17. September 2026 – TrendAI™, weltweit führender Anbieter von KI-Sicherheit und der Enterprise-Cybersecurity-Geschäftsbereich von Trend Micro Incorporated (TYO: 4704; TSE: 4704), veröffentlicht weitere Forschungsergebnisse des Reports „Securing the AI-Powered Enterprise“. Diese zeigen, dass das Vertrauen in die eigene KI-Sicherheit und die tatsächliche Fähigkeit, KI-Bedrohungen zu erkennen, in Unternehmen in Deutschland ebenso wie weltweit deutlich auseinanderklaffen.
Eine globale Befragung von 3.700 Business- und IT-Entscheidern, davon 200 in Deutschland, ergab, dass fast neun von zehn deutschen Entscheidern ihre Sicherheitsteams für gut auf das Tempo der KI-Einführung vorbereitet halten. Gleichzeitig schätzen die Befragten jedoch, dass im Schnitt nur 40 Prozent des böswilligen oder unerwarteten KI-Verhalten überhaupt erkannt werden. Die Ergebnisse liegen damit nahe am weltweiten Durchschnitt. Die Kluft zwischen gefühlter und tatsächlicher Sicherheit ist also kein deutsches Phänomen, sondern betrifft Unternehmen weltweit gleichermaßen.
„Vorbereitung und Erkennung sind zwei unterschiedliche Dinge“, ordnet Richard Werner, Security Advisor bei TrendAI, ein. „Die Unternehmen haben in den letzten Jahren viel investiert, um Prozesse und Zuständigkeiten zum Management von KI-Risiken aufzubauen. Das schlägt sich in einer hohen gefühlten Vorbereitung nieder. Die eigene Einschätzung zur Erkennungsrate zeigt aber, dass diese Vorbereitung im Ernstfall offenbar an ihre Grenzen stößt.“
Sichtbarkeit: Eine Grundvoraussetzung, die selbst noch Lücken hat
Ein Ansatzpunkt, um diese Erkennungslücke zu schließen, liegt in der Sichtbarkeit der eigenen KI-Systeme. Denn nur wer weiß, welche KI-Anwendungen im Unternehmen überhaupt im Einsatz sind, kann deren Verhalten gezielt auf Auffälligkeiten hin überprüfen. Sieben bis acht von zehn deutschen Entscheidern berichten von einer umfassenden oder hohen Sichtbarkeit ihrer KI-Systeme. Gleichzeitig verfügt aber ein relevanter Anteil nur über teilweise oder noch im Aufbau befindliche Transparenz – etwa weil KI-Systeme nur unvollständig erfasst sind oder ein formaler Überwachungsprozess noch etabliert wird.
Abwehrfähigkeit gegen neue KI-gestützte Angriffe
Neben dem Risiko durch die unternehmenseigenen KI-Systeme zeigt sich eine zweite Lücke bei der Abwehr externer, durch KI ermöglichter oder verstärkter Angriffe. Bei etablierten Bedrohungen wie KI-gestütztem Phishing haben sechs bis sieben von zehn deutschen Unternehmen bereits solide Kontrollen aufgebaut. Bei neueren, Angriffsformen liegen die Werte dagegen durchgängig niedriger: Nur etwa die Hälfte der Befragten berichtet über getestete Kontrollen gegen Video-Deepfakes. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei kombinierter Video-/Stimm-Imitation von Führungskräften – etwa bei CFO-Betrug. Gegen Voice Cloning verfügen weniger als die Hälfte der Befragten über getestete Sicherheitsmechanismen. Insbesondere beim Voice Cloning liegt Deutschland damit unter dem globalen Durchschnitt. Bei Video-Deepfakes und kombinierter Imitation bewegen sich deutsche Unternehmen dagegen etwa auf internationalem Niveau.
Governance-Lücken und ungeklärte Notfallmechanismen
Die Ursachen für die bestehenden Sichtbarkeits- und Erkennungslücken werden von IT- und Business-Entscheidern unterschiedlich bewertet. Für 41 Prozent der deutschen IT-Entscheider zählen begrenzte Sicherheits- und Datenkompetenzen zu den größten Hindernissen für eine sichere KI-Einführung. Unter den Business-Entscheidern nennen dagegen 39 Prozent kulturelle Widerstände gegen Veränderungen als zentrale Herausforderung.
Selbst wenn schädliches KI-Verhalten erkannt wird, ist damit noch nicht geklärt, wie Unternehmen im Ernstfall reagieren. Nur rund ein Drittel der Befragten befürwortet uneingeschränkt einen dedizierten „Kill Switch“, mit dem sich KI-Agenten im Notfall abschalten lassen. Knapp die Hälfte macht den Einsatz eines solchen Mechanismus vom jeweiligen Anwendungsfall abhängig. Klare, unternehmensweite Eskalationsprozesse für den Ernstfall fehlen damit in vielen Unternehmen noch.
Was jetzt zu tun ist
Mit dem Aufkommen von Agentic AI, also KI-Agenten, die zunehmend eigenständig handeln, wird diese ungeklärte Kontrollfrage noch dringlicher.
„Agentic AI bringt eine neue Risikokategorie mit sich, weil Systeme zunehmend eigenständig handeln, statt nur Empfehlungen zu geben“, so Richard Werner weiter. „Diese Lücke ernst zu nehmen, bedeutet nicht, in Alarmismus zu verfallen, sondern konsequent zu handeln: Sichtbarkeit, Testing und Eingriffsmechanismen sollten von Anfang an mitgedacht werden. Unternehmen, die das jetzt angehen, sind später klar im Vorteil.
Für deutsche Unternehmen empfiehlt der japanische Sicherheitsanbieter einen Dreiklang aus einer vollständigen, laufend aktualisierten Inventarisierung aller eingesetzten KI-Systeme, einem gezielten Ausbau der Erkennungsfähigkeiten für Deepfakes und Voice Cloning, sowie regelmäßigem, KI-spezifischem Testing und Red Teaming, um die Wirksamkeit vorhandener Kontrollen nachweislich sicherzustellen.
Über die Studie
TrendAI beauftragte SAPIO Research mit der Befragung von 3.700 IT- und Business-Entscheidern in 22 Ländern, die in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden tätig sind. An der Befragung im Februar 2026 nahmen 200 Geschäfts- und IT-Entscheider aus Deutschland sowie je 100 aus Österreich und der Schweiz teil.
Weitere Studienergebnisse können Sie hier einsehen: https://www.trendmicro.com/explore/trendai-global-ai-study/
Über TrendAI™
TrendAI™, ein weltweit führender Anbieter von KI-Sicherheit und der Enterprise-Geschäftsbereich von Trend Micro, ermöglicht Organisationen vollständige Transparenz über ihre KI-Nutzung und eine konsolidierte Sicherheit, die Vertrauen schafft, Innovation fördert und Risiken eliminiert. Weltweit vertrauen die größten Unternehmen und Regierungsbehörden in 185 Ländern auf TrendAI™, um ihre gesamte Organisation zu schützen – von Identitäten über Infrastrukturen bis hin zu Daten.
Globale Fortune-500-Unternehmen verlassen sich auf TrendAI™, um Risiken zu reduzieren und Bedrohungen bis zu drei Monate früher zu stoppen – gestützt auf führende Bedrohungs- und Angriffsanalysen. Durch enge Partnerschaften mit Technologiepionieren wie NVIDIA, Anthropic, AWS, Google und Microsoft befähigt TrendAI™ Organisationen, sicher mit der Geschwindigkeit von KI voranzuschreiten.
Mit TrendAI™ erhalten Unternehmen einen klaren Überblick darüber, wie KI in ihren Umgebungen eingesetzt wird, können neu entstehende Risiken identifizieren und schneller reagieren. Durch die Integration und Konsolidierung von Sicherheitsfunktionen im gesamten Unternehmen ermöglicht TrendAI™ CISOs, ihre Sicherheitsarchitektur zu vereinfachen und Geschäftsführungen, Innovationen Sicher voranzutreiben.
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